SBB Energie erhält den Binding Anerkennungspreis für Biodiversität 2026.
Erfahren Sie mehr ↓Der Binding Anerkennungspreis für Biodiversität 2026 geht an SBB Energie für die ökologische Aufwertung des Unterwerks Bussigny VD. Das Projekt zeigt eindrücklich, wie selbst technische Infrastrukturflächen zu wertvollen Lebensräumen für Pflanzen und Tiere werden können.
Hinter Zäunen, zwischen Gleisen, Kies und technischen Anlagen ist ein unerwarteter Naturraum entstanden. Wo früher eintönige Flächen dominiert haben, wachsen heute trockenheitsliebende Pflanzen, sonnen sich Eidechsen und finden weitere teils seltene Arten einen geschützten Rückzugsort.
Mit einfach umsetzbaren Massnahmen wie Ast- und Steinhaufen, einzelnen Wildrosen und einem Nistkasten für Fledermäuse hat das Team von SBB Energie dieses Unterwerk Schritt für Schritt zu einem lebendigen Ort mit hoher ökologischer Qualität umgestaltet.
Biodiversität zwischen Beton und Bahngleis
Das Unterwerk Bussigny liegt in einem typisch industriell geprägten Gebiet. Doch gerade diese nährstoffarmen und wenig genutzten Flächen weisen ein grosses Potenzial für sogenannte Ruderallebensräume auf, die in der Schweiz selten geworden sind. Entscheidend ist der Blick dafür, welche Natur sich an scheinbar unwirtlichen Orten entfalten kann.
Wie oft in derartigen Projekten geht die Initiative von engagierten Einzelpersonen aus. So erkannte ein gelernter Landschaftsgärtner und langjähriger Lokführer dieses Potenzial früh. Mit viel Engagement setzte er sich für die naturnahe Pflege der Flächen ein und sensibilisierte Kolleginnen und Kollegen für deren Wert.
Vom Pilotstandort zur flächendeckenden Umsetzung
In Bussigny entstand ein Pilotstandort, der zeigt, wie Naturförderung auf technischen Anlagen funktioniert. Mit viel Herzblut, Pragmatismus und fundiertem Know-how treibt der Lokführer die naturnahe Aufwertung der Unterwerke Schritt für Schritt voran. Seine Arbeit steht exemplarisch für die Umsetzung einer langfristigen Strategie von SBB Energie: Bis 2040 sollen insgesamt 86 Unterwerke biodiversitätsfreundlich gestaltet werden.
Grosses Potenzial für die ökologische Infrastruktur
Das Projekt steht exemplarisch für einen neuen Umgang mit Infrastrukturflächen: Technische Anlagen werden nicht mehr nur funktional gedacht, sondern auch als Teil der ökologischen Infrastruktur. Unterwerke, Trafostationen und andere Hochsicherheitsareale werden nur selten betreten und bieten dadurch wertvolle Rückzugsräume für die Natur. So entstehen notwendige Trittsteine für Pflanzen und Tiere – selbst an Orten, an denen man keine Natur erwartet.
Die Jury würdigt das Projekt deshalb nicht nur als lokale Aufwertung, sondern auch als skalierbares Modell mit grossem Potenzial für zahlreiche weitere Infrastrukturstandorte in der Schweiz.
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