Der Binding Preis 2026 geht an den Ueberlandpark in Schwamendingen.
Erfahren Sie mehr ↓Der Park verbindet heute Quartierteile, die zuvor wegen der Autobahn zerschnitten waren, die Bevölkerung profitiert nicht nur von weniger Verkehrslärm, sondern von einem neu geschaffenen, qualitätsvollen Aufenthaltsraum für alle. Gleichzeitig entstanden drei Hektaren Parklandschaft als vielfältiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Diese gelungene Verbindung von hochwertiger Gestaltung, Anpassung an den Klimawandel und Förderung der Biodiversität macht den Ueberlandpark zu einem Vorbild für zukünftige Infrastrukturprojekte nicht nur im Strassenbau.
Ein Projekt mit langem Atem
Ausgangspunkt des Projekts war eine Volksinitiative aus Schwamendingen im Jahr 1999. Es folgten Machbarkeitsstudien, politische Prozesse und mehrere Volksabstimmungen zur Finanzierung. Gleichzeitig veränderten sich im Lauf der Jahre die Anforderungen an den öffentlichen Raum: Klimawandel und Hitzebelastung sowie fortschreitende Verdichtung und Biodiversitätsverlust rückten zunehmend in den Fokus.
Dank breiter Unterstützung aus Politik und Bevölkerung konnte schliesslich ein Projekt realisiert werden, das zukunftsweisend ist für resilienten Städtebau. So steht der Ueberlandpark auch beispielhaft dafür, wie langfristige Prozesse zu nachhaltigen und identitätsstiftenden Lösungen führen können.
Ein vielfältiger Park für Mensch und Natur
Die Lage auf dem Dach einer Autobahneinhausung stellte hohe Anforderungen an Planung und Gestaltung. Im Auftrag von und in enger Zusammenarbeit mit Grün Stadt Zürich verstanden Krebs und Herde Landschaftsarchitekten dies als Chance für innovative Gestaltung und Biodiversitätsförderung. Mit verschiedenen Versuchsanlagen an vergleichbaren Extremstandorten haben sie optimal passende Pflanzenarten und Substrate eruiert, um das Bauwerk langfristig zu begrünen.
Entstanden ist ein abwechslungsreicher Park, in dem Pflanzenvielfalt, Kleinstrukturen und Aufenthaltsorte entdeckt werden können – ein Kilometer lang und 30 Meter breit. Diese vielfältigen Lebensräume fördern die verschiedenen Tier- und Pflanzenarten mit unterschielichen Ansprüchen und bieten ebenso Raum für Erholung, Begegnung und Bewegung. Gleichzeitig sind sie Inspiration, denn viele Elemente können gut auf weitere Projekte übertragen und eingesetzt werden.
Ein besonderes Augenmerk gilt der sozialen Funktion des Parks, er vernetzt die Teile Schwamendingens miteinander, die während Jahrzehnten durch die Autobahn getrennt waren. Der zentral gelegene Pavillon dient als Treffpunkt für das Quartier und stärkt den öffentlichen Raum als Ort des Austauschs und der Begegnung.
Vorbildcharakter für zukünftige Infrastrukturprojekte
Der Ueberlandpark zeigt eindrücklich, wie Infrastrukturbauten ökologisch und gesellschaftlich aufgewertet werden können. Er löst zwar nicht die Verkehrsproblematik, verbessert jedoch die Lebensqualität der Anwohnenden erheblich und schafft neue ökologische Werte mitten im urbanen Raum.
Viele Erkenntnisse aus dem Projekt – etwa zu Begrünung, Pflanzenwahl oder Aufenthaltsqualität auf Extremstandorten – sind auch für kleinere Vorhaben von grosser Bedeutung. Der Ueberlandpark ist ein wichtiges Referenzbeispiel für die klima- und biodiversitätsgerechte Weiterentwicklung von Infrastrukturen in der Schweiz.
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